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Interview mit Karl Schindler, Okt 2016

Karl Schindler, Wasserfreunde Spandau 04, Foto: Mirko Seifert

Eine sportlich außergewöhnliche Saison 2015-16 erlebt Karl Schindler. Bei den DJM 2016 errang er auf allen teilnehmenden Strecken eine Medaille. Im Sommer wechselte er zusammen mit anderen Sportlern von seiner alten TG Ariel zu TG Lasse Frank/Renate Stamm.

Die Saison 2015-16 ist zu Ende: wie lautet dein Fazit? 

Es war eine sehr erfolgreiche Saison für mich! Ich bin sehr zufrieden mit mir und meiner Leistung, zumal ich alle meine Vorstellungen und Erwartungen deutlich übertraf.

Im Sommer 2016 endete die Zusammenarbeit zwischen deinem langjährigen Trainer Ariel Rodriguez und dir. Du wechselst zu Lasse Frank. Was hat dir an der TG Ariel gefallen, was wirst du vermissen? 

Nachdem ich 6 Jahre lang unter Ariel trainierte, verließ ich ihn in diesem Sommer. Klar, es war ein sehr emotionaler und tränenreicher Abschied, das betraf alle von uns. Ich war sicherlich kein leichter Schüler und hatte auch einige Tiefpunkte,
aber Ariel hat immer an mich geglaubt und mich immer in Schutz genommen, wenn irgendjemand anderes an mir gezweifelt hat.

Ich hab auch ihm zu verdanken, dass ich nun da stehe, wo ich heute bin und dass nicht nur, weil er gute Trainingspläne
schreibt. Wir beide sind oft aneinander geraten, aber er hat trotzdem immer auf mich aufgepasst.

Ich danke ihm riesig dafür und werde bei allen meinen Erfolgen immer an ihn denken, auch wenn er nicht mehr mein Trainer ist.

Mit wem trainierst du diese Saison (2016-17) zusammen? 

In der kommenden Saison werde ich mit den 2000er, mit denen ich ja schon unter Ariel zusammen trainierte und allen älteren Jahrgängen trainieren. Ich bin deshalb der einzige 2001er, weil ich mit 5 Jahren eingeschult wurde und deshalb seit dieser Saison auch in der Oberstufe bin.

Meine neuen Trainer sind Reni Stamm und Lasse Frank. Beide sind super erfahren und ich freue mich auf die neue Saison.

Welche Ziele hast du für die laufende Saison? 

In dieser Saison habe ich das klare Ziel meinen Jahrgangsmeistertitel über 200 R zu verteidigen und auch in den C-Kader über 200 R und 400 F zu schwimmen, aber gerne auch noch weitere Strecken wie zum Beispiel 100 R oder 1.500 F.

Du hattest eine sehr erfolgreiche Saison 2015-16: bei den DJM 2016 bist du über 200m Rücken Jahrgangsmeister geworden. Hat dich das überrascht? 

Ja, mich hat das sehr überrascht. Eine Woche zuvor träumte ich noch von einer Medaille und dann gewann ich Medaillen über alle 4 Strecken (100 R, 200 R, 400 F, 1.500 F), darunter eine Goldmedaille.

Dieses Gefühl kann man schwer beschreiben, ich glaube man kann es nur erleben, aber ich kann garantieren, dass es sich lohnt, dafür alles zu geben.

Bei den DM 2016 einige Wochen zuvor warst du nicht am Start. Was war los? 

Leider war ich, aufgrund einer Muskelverletzung in der Schulter, verhindert. Ich musste sogar mit dem Training pausieren und stattdessen unangenehme Einheiten beim Physiotherapeuten durchstehen.

Es war schwierig, die Motivation aufrecht zu halten und fokussiert zu bleiben, doch auch hier hat Ariel mir zu Seite gestanden.

Wie bist du zum Schwimmen gekommen? Wer waren deine ersten Trainer? 

Mit dem Schwimmen begonnen habe ich, als ich 4 Jahre alt war, weil ich es lernen sollte, um beim Segeln im Urlaub nicht unterzugehen. Dabei blieb es dann und ich habe noch heute Gefallen daran.

Wie sieht ein typischer Schul- und Trainingstag bei dir aus? Vor einem Jahr (August 2015) seid ihr in die neue Poelchau-Schule im Olympiapark gezogen. Wie gefällt dir die Schule, wie die Anbindung an das Trainingsgelände? 

Der Umzug war sehr gut für mich und auch für alle anderen Sportler an dieser Schule. Wir haben nun viel mehr Zeit zum Trainieren und die Bedingungen sind verbessert. Insbesondere die kürzeren Wege und die abgestimmte Organisation von Sport und Schule sind klasse. Jetzt können wir auch mit den anderen Sportschulen mithalten.

Was wäre sportlich aus dir geworden, wenn du nicht beim Schwimmen gelandet wärst? 

Ich denke, ich wäre heute beim Eishockey. Ich musste mich früher einmal gegen diese Sportart entscheiden, weil das Schwimmen zu viel geworden ist.

Was sind deine Hauptlagen? 

Meine Hauptlagen sind Rücken und Kraul, bei Rücken 100 und 200 und bei Kraul 400 und 1.500. Die weiteren drei Disziplinen sowie die Kraulsprints liegen mir dagegen überhaupt nicht.

Welche Saison favorisierst du – Kurz- oder Langbahn? 

Ich favorisiere ganz klar die lange Bahn, weil man hier mehr schwimmerische Stärke zeigen muss und nicht nur durch gute Wenden und viel Tauchen gewinnen kann. Zugegeben, meine Wenden sind nicht gerade meine Stärke.

Wie motivierst du dich nach den anstrengenden Wettkampfwochen von Mai bis Juli dieses Jahres? 

Da ich eine sehr erfolgreiche Saison hatte und sehr erfolgreiche Wettkampfwochen, fällt es mir nicht so schwer, mich wieder zu motivieren. Jede Saison in die ich starte, soll meine beste werden und das soll auch die Kommende wieder werden. Ich möchte immer höhere Ziele erreichen und immer neue Erfolge erleben.

Hast du sportliche Vorbilder? 

Nein.

Falls du dir internationale Meisterschaften anschaust (z. B. WM), gibt es da Details, die dich interessieren oder auf welche du genauer schaust? 

Ich schaue eigentlich kaum Schwimmwettbewerbe. In der Regel verfolge ich diese nur im Internet, in dem ich mir die Ergebnisse anschaue.

Letzte Frage: gibt es Menschen, den du besonders danken möchtest? 

Klar gibt es solche Menschen, jeder braucht Unterstützung. Mein alter Trainer, Ariel, ich möchte ihm für 6 tolle Jahre danken und dafür, dass er immer auf mich aufgepasst hat. Dann noch meine Eltern, auch sie haben mir geholfen fokussiert zu bleiben, als ich verletzt war und hatten immer Zeit für meine Starts.

Auch meine Freundin, Elise, sie stand und steht mir immer zur Seite und hat sich immer Zeit für mich genommen. Sie ist eine riesen Motivation für mich und sie hilft mir, an meine Grenzen zu kommen.

Aber auch allen anderen die mich angefeuert haben, meine besten Kumpels und meine und die anderen Trainingsgruppen.
Es ist ein unglaubliches Gefühl eine so starke Unterstützung zu bekommen. Danke!

Für die Zukunft alles Gute und weiterhin beste Gesundheit!

Das Interview mit Karl schindler führte Mirko Seifert.

 

Karl Schindler, Wasserfreunde Spandau 04, Foto: Mirko Seifert